Stevia für Diabetiker

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Der Begriff Stewia stammt von der Pflanze Stevia Rebaudiana. Dieser Süßstoff natürlichen Ursprungs ist seit Dezember 2011 auch in Deutschland unter dem Code E 960 als Glykosid, unter Beimischung von Steviosid und Rebaudiosid, zugelassen.

Die Pflanze aus Paraguay ist dort traditionell als Süßungsmittel sowie als Heilpflanze gegen Entzündungen im Mund- und Halsbereich und zur Wundheilung bekannt. Die Einwohner Paraguays zermalmen seit Jahrhunderten die Blätter und nutzen das grüne Pulver ohne jede weitere Verarbeitung als Süßstoff.

Als zurzeit einziger natürlicher beziehungsweise pflanzlicher zugelassener Süßstoff ist Stevia für Diabetiker ein willkommener Zuckerersatz. Je nach Verarbeitung und Darreichungsform ist der Süßstoff 30 bis 300-mal süßer als Zucker und hat praktisch keine Kalorien. Reines Steviosid findet nur in der Industrie Verwendung. Der Zuckerersatz zeigte bei freiwilligen Testpersonen einen günstigen Einfluss auf den Insulinhaushalt. Der Blutzuckerspiegel wurde gesenkt und die körpereigene Insulinproduktion soll verstärkt werden. Eine akute Unterzuckerung kann aber nicht ausgeglichen werden. Weiter wurde der Blutdruck, bei einer Einnahme von 250mg des Stoffes 3-mal täglich, nach drei Monaten erheblich gesenkt. Die Eignung von Stevia für Diabetiker überzeugt auch durch die dringend erforderliche Blutdrucksenkung. Bluthochdruck ist unter Diabetikern stark verbreitet und hat zum Teil verheerende Folgen.

Aber nicht nur Diabetiker profitieren von dieser Pflanze. Stevia verursacht keine Karies und ist damit für jeden ein interessanter Zuckerersatz. Weitere Verwendungen sind äußerlich als Hautpflegemittel gegen unreine Haut und als antibakterielles Wundheilmittel.

In Japan ist Stewia seit den siebziger Jahren zugelassen. Japan verzeichnete 1981 einen Verbrauch von 2000 Tonnen dieses Süßstoffes in Getränken und Speisen. 36 Kilogramm industriellen Zucker nimmt ein Deutscher Bundesbürger durchschnittlich im Jahr zu sich. In der Schweiz werden seit 2008 mit Stewia gesüßte Energiedrinks verkauft. Coca-Cola hatte ganz innovativ bereits vor der Erlaubnis der EU mehrere neue Patente zu diesem Süßstoff angemeldet. Das in den USA zugelassene Getränk von Coca Cola heißt Sprite Green. Konkurrent Pepsi verwendete den Süßstoff bisher in SoBe Life Water.

Mengenbeschränkungen der EU verhindern zurzeit noch, dass der Zucker in Lebensmitteln vollständig ersetzt werden kann.

Die Süßkraft der Pflanze bleibt auch bei hohen Temperaturen erhalten, so das dieser Süßstoff zum Backen und Kochen geeignet ist. Erhältlich ist der neue Süßstoff in flüssiger oder pulverisierter Form, als Tabs und als frische oder getrocknete Blätter erhältlich.